Do. 25.6.09 Ein Sternchen….
…mehr gibt es nun in dieser Welt. Ein Leben das zu keinem ganzen werden durfte.
Es ist von Nachteil wenn man sich und seinen Körper so derart gut kennt weil man sonst diese Regel als eben etwas stärkere oder unangenehme abgetan haben könnte. Da aber bei dieser eben so alles anders ist als sonst spielte ich schon gestern mit dem Gedanken zu meiner Gynäkologin zu gehen. Weil ich aber den schon lang vereinbarten Zahnarzt Termin gemeinsam mit Tochter hatte und sie zudem auch nicht dorthin mitnehmen wollte, verschob ich das auf heute. Leider ist sie diese Woche in Urlaub so das ich zu ihrer Vertretung musste wo ich zunächst zögerte. Da ich aber wissen wollte was los ist bin, rief ich trotzdem an, beschrieb kurz um was es ging und bekam dann für heute Nachmittag gleich einen Termin. Nach einem kurzen Gespräch und anschließender gründlicher Untersuchung mit Ultraschall machte sie einen Bluttest. Nach einer für mich schier endlosen Wartezeit auf das Ergebnis, bestätigte sich der Verdacht das das mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% eine sehr frühe Fehlgeburt ereignet hat. Genauer konnte sie es nicht mehr sagen weil ein bestimmtes Hormon sich sehr schnell wieder abbaut, aber auch weil es eben ein so frühes Stadium war. Wenigstens eine Ausschabung bleibt mir dadurch erspart, es sei denn es gibt Probleme wie das die Blutung wider erwarten nicht spätestens bis zum Wochenende stoppt, Schmerzen sich verstärken etc. Sie meinte dass die meisten Frauen es nicht einmal bemerken. Ich bin, wie schon so oft, nicht so wie die meisten… Der übliche Satz, das eben etwas ganz gravierendes nicht gestimmt hat und es daher schon so früh zu einem Abgang kam bzw. die Natur das eben so regelt, tröstet nicht wirklich, soviel Realist bin ich zudem auch selbst. Sie wollte mir für den Rest dieser noch einen gelben Schein ausstellen was ich jedoch ablehnte weil im Büro durch die Krankheit der Kollegin ohnehin die arme andere schon völlig überlastet ist. Und weil zuhause sitzen hierbei eher kontraproduktiv wäre. Ich denke auch so schon genug nach… Ich musste versprechen für eine Weile es etwas langsamer angehen zu lassen (…na klar, ich beauftrage dann mein zweites ich das die Arbeit(en) erledigt….) und das ich am Mo. oder Di. dann zu meiner FA gehe damit der Bluttest wiederholt wird um sicherzugehen das der Hormonwert weiter abgesunken ist bzw. dann fehlt.
Ich verließ die Praxis wie betäubt, bin es an sich immer noch weil ich es zwar ahnte (meine Gefühle täuschen mich selten..) aber dennoch hoffte, das Gegenteil bestätigt zu bekommen. Einfach das sich der Stress der letzten Zeit auf meinen Hormonhaushalt auswirkt, das von der Gewichtsabnahme her noch immer etwas durcheinander ist, weil es seit Tagen nur noch regnet, weil in China 9 Millionen Fahrräder rumfahren,… -. Irgendwas… aber nicht ausgerechnet das! Warum? Was hab ich falsch gemacht?
Vor allem stelle ich mir immer und immer wieder die Frage wie es überhaupt dazu kommen konnte. Verhütung ist kein Fremdwort für mich weil wir zu diesem frühen Zeitpunkt unserer Beziehung noch auf keinen Fall Nachwuchs wollten. Auch weil es, wenn, diesmal bewusst geschehen sollte, kein „Betriebsunfall“ woraus Sarah entstand. Wenngleich dies auch der schönste Unfall war, der mir in meinem bisherigen Leben je passiert ist, einen, den ich nie mehr missen wollte und für nichts eintauschen wollen würde. Und dennoch habe ich es wieder vermasselt, beinahe zumindest. Sollte ich dann nicht eher froh und erleichtert sein das es schief ging? Aufatmen?
….warum sitze ich dann hier und die Tränen laufen schon wieder?

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