Fr. 26.6.09

Ich wusste zunächst gestern gar nicht wie und ob ich es Alex sagen sollte. Weil: eigentlich hätte ja nichts passieren dürfen. Ich wusste nicht wie er reagieren würde, ob nun ärgerlich, vorwurfsvoll, besorgt oder wie ich…einfach nur traurig… auch wenn ich es nicht sein dürfte – es war ja ungeplant und nicht gewollt. Ich bin zweigeteilt. Aber dennoch.. ich schaffe es nicht, dem etwas positives abzugewinnen weil Trauer über den Verlust überwiegt auch wenn es noch so früh war. Da war ein winzig kleines kurzes Leben in mir. Und ich habe es nun mal bemerkt…. manchmal ist Wissen schiere Last.

Ich mailte ihm daher nur kurz weil ich vor Sarah nicht telefonieren wollte, und ja, auch weil ich nicht wusste wie ich das hätte telefonisch hätte rüberbringen sollen. Er sah diese mail erst später am Abend und rief an, nachdem Mäuslein im Bett war. Er war sehr verständnisvoll, spürte das es mir alles andere als gut ging und kam sofort vorbei und blieb über Nacht. Geborgener konnte ich mich kaum fühlen, er hielt mich als ich weinte, er tröstete mich, Alex war einfach da und hielt mich ganz fest, es bedarf manchmal keiner Worte. Ich habe kaum geschlafen diese Nacht, wachte immer wieder auf. Dankbar bin ich ihm das kein einziges Wort des Vorwurfs ala „hätten wir noch besser aufpassen müssen“ kam oder einer dieser üblichen pauschalierten Sätze wie: Du kannst ja noch eins kriegen. Ich hätte es ihm auch nicht wirklich zugetraut, dazu ist er wie ich viel zu sensibel, zu empathisch. Aber weiß man es wirklich? So lange und gut kennen wir uns noch nicht.  Eine Ausnahmesituation zudem ist selten mit Kontrolle über sich selbst gekennzeichnet. Leider vergessen die meisten völig bei all diesen vermeintlichen Trostphrasen: es geht nicht um irgendein Kind, sondern in jenem Moment rein und ausschließlich um das, was man beinah gehabt hätte, um das verloren gegangene. Man kann ein Leben doch nicht einfach mit dem eines anderen Kindes ersetzen oder vergleichen. Jedes ist einzigartig auf seine Weise…. Im März wäre der Termin gewesen…  Alex gab vorhin zu, das er genau das auch für sich ausgerechnet hatte als ich ihm von meinen Gedanken erzählte.

Aber Pünktchen konnte nicht bleiben, wurde stattdessen zu einem Sternchen.

A friend is someone who knows the song in your heart, and can sing it back to you when you have forgotten the words.
Donna Roberts

~ von loungekittiesdiary am 26. Juni 2009.

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